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Europa für Thüringen

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Thüringen baut auf neue Strategien

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Das Baugewerbe gehört mit einem Anteil von 4,9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Deutschlands. Kein europäisches Land investiert mehr Geld in den Bau (2017 rund 370 Milliarden Euro).
Doch der Bau-Boom will versorgt werden und braucht Rohstoffe. Vor allem der Massenbaustoff Beton ist für den Bau unverzichtbar.  
Beton ist ein Gemisch aus Gesteinskörnung (Sand, Kies) und dem Bindemittel Zement. Während Kies sich durch Schotter oder Splitt ersetzen lässt, gibt es für Sand keine Alternative. Sand ist ein Primärrohstoff und wächst nicht nach. Zudem liegt das größte Sandvorkommen in Deutschland unter Städten und Straßen sowie in Naturschutzgebieten, wo die Erteilung neuer Abbaugenehmigungen unmöglich ist.
Deutschland muss umdenken und nachhaltig bauen.
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Im Rahmen der Thüringer Innovationsstrategie (RIS3) wurde der “Masterplan Thüringen - Ressourceneffizientes Bauen der Zukunft” ins Leben gerufen.

Ein Verbund von Universitäten und Bau-Unternehmen erforscht und etabliert neue Technologien zur Rohstoffgewinnung und versucht dabei, Hemmnisse bezüglich alternativer Methoden in der Wirtschaft abzubauen. Unterstützt werden die Projektpartner vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Zu einer der Hauptprioritäten des Programms zählt die Entwicklung der “Green-Tech”-Industrie, also der nachhaltigen Wertstoffwirtschaft in Thüringen.
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Neue Stützpfeiler für das Baugewerbe

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Es gibt kaum eine Universität, die mehr mit kreativer Konstruktion in Zusammenhang gebracht wird, als die Bauhaus-Universität in Weimar.
In der Kombination einer 1860 gegründeten Kunsthochschule und dem “Staatlichen Bauhaus” von Walter Gropius stehen Experimentierfreude und die Gestaltung zukünftiger Lebensräume auf dem Lehrplan.  
Die Mitarbeiter der Bauhaus-Universität forschen gemeinsam mit dem IAB-Institut für Angewandte Bauforschung Weimar und der Hochschule in Nordhausen nach mehr Ressourcen-Effizienz im Bauwesen.
Im “Masterplan Thüringen” sind verschiedene Schwerpunkte vereint: die Rohstoffgewinnung aus dem Rückbau, die Rohstoffgewinnung aus Abwasser und die Entwicklung zukunftsträchtiger neuer Baustoffe. Um die Praxistauglichkeit der entwickelten Ansätze zu gewährleisten, findet im Projekt ein enger Austausch mit Partnern der Bau-Industrie statt.
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Kapitel 3A-3C

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Etablierung zukunftsweisender Technologien

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Der Verbund der Forschungsinstitute konnte mit Unterstützung der EFRE-Förderung im “Masterplan Thüringen” bereits viele interdisziplinäre Ansätze präsentieren, um das Bauwesen nachhaltig zu verändern. Und selbst außerhalb des Recycling-Gedankens wird mit Hochdruck an neuartigen Lösungen wie z.B. dem 3D-Druck von Bauteilen gearbeitet.  
Durch die Zusammenarbeit mit den drei Industriepartnern Universal Bau, Universalbeton Heringen und Mittelsdorf Erdbau Abbruch Recycling sowie dem Abwasserzweckverband Nordkreis Weimar gilt es jetzt, die Forschungsergebnisse in die Praxis umzusetzen.
Je schneller der Transfer von Handlungsalternativen ins Baugewerbe erfolgt, desto schneller baut Thüringen ganz umweltfreundlich auf die Zukunft.
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Impressum

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Herausgeber:

Verwaltungs- und Bescheinigungsbehörde EFRE im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft
Max-Reger-Straße 4-8
99096 Erfurt

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:

Volker Kurz
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft
Max-Reger-Straße 4-8
99096 Erfurt

Volker.Kurz@tmwwdg.thueringen.de

efre-thueringen.de

Fotos und Videos:
mc group

Mehr Infos:
Bauhaus-Universität Weimar
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Rohstoffgewinnung aus Rückbau

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Pro Jahr fallen in Deutschland mehr als 400 Millionen Tonnen Abfälle an, mehr als die Hälfte davon sind Bau- und Abbruchabfälle (Quelle: Statistisches Bundesamt), die nahezu vollständig recycelt werden könnten. Man unterscheidet:  

- Bodenaushub (Erdreich, Sand, Kies, Lehm, Ton, Steine)
-  Baustellenabfälle (Holz, Kunststoff, Metall, Farben, Lacke)
- Bauschutt (Beton, Ziegel, Mörtel, Gips, Fliesen)
- Straßenaufbruch (teerhaltige Substanzen, Pflaster- und      Randsteine, Schotter)  

Ein Großteil der Stoffe ließe sich nahezu vollständig wiederverwenden. Vor allem Bauschutt und Straßenaufbruch sind von hoher Bedeutung, da hier große Mengen an Altbeton enthalten sind.
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So funktioniert Baustoff-Recycling

Für den Abbruch eines Gebäudes steht eine Vielzahl von Abbruchtechniken zur Verfügung.

Am häufigsten genutzt werden mechanische Verfahren (z.B. das Abtragen mit Baggern oder Greifern, das Einreißen oder die Nutzung von Sprengtechnik), da sich effizient große Massen bewältigen lassen.  

Hydrodynamische Verfahren mit Hochdruck-Wasserstrahlen werden überwiegend zum Reinigen von Materialien verwendet, um beispielsweise Farb- und Lackschichten abzutragen.  

Thermische Verfahren (z.B. Schneid- und Plasmabrenner) nutzen Energie durch Verbrennen eines Gas-Sauerstoff-Gemischs zum Durchtrennen von Bauteilen. In der Praxis werden sie wegen der hohen Kosten und Energieverbräuche kaum eingesetzt.
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Bereits heute werden rund 80 Prozent aller alten Betone wiederverwendet, allerdings bisher nur für untergeordnete Aufgaben, zum Beispiel als Bettungsmaterial im Straßenbau. Durch eine unsaubere Trennung beim Recycling ist der recycelte Beton (RC-Beton) poröser und ungleichmäßiger und enthält zumeist Schadstoffe oder Sulfate aus Gips-Rückständen.   Eine DIN-Norm (DIN 4226-100) unterscheidet die Qualität der wiederverwertbaren Gesteinskörnung.

Generell gilt: je sauberer bzw. sortenreiner der Altbeton, desto größer die Qualität des recycelten Betons (RC-Beton). Die Forscher der Bauhaus-Universität Weimar suchen nach neuen Verfahren, um möglichst hochwertigen RC-Beton aus Bauschutt zu gewinnen.
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Rohstoffgewinnung aus Abwasser

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Neben organischen Verbindungen enthält Abwasser auch viel thermische Energie. Beim Gebrauch des Wassers in Haushalten, Gewerbe und Industrie erfolgt eine Erwärmung. Man denke nur an den eigenen Haushalt. Das Wasser, welches zum Duschen, Geschirrspülen oder Wäschewaschen verwendet wird, ist aufgeheizt.
Statt diese Wärme ungenutzt mit dem Abwasser an die Umwelt abzugeben, könnte sie direkt im Gebäude als Energiequelle verwendet werden. Wärmepumpen erzeugen aus der Abwärme Energie, um damit zu heizen oder Warmwasser zu erzeugen.
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Recoursseneffiziente Baustoffe der Zukunft

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Wer verursacht den größeren Ausstoß von CO2? Das Transatlantik-Flugzeug oder die Autobahnbrücke auf dem Weg zum Flughafen?
Die Antwort überrascht. Mit 700 Millionen Tonnen CO2-Emissionen beträgt der Jahresausstoß der gesamten Luftfahrt nicht mal ein Drittel dessen, was durch die Zementproduktion emittiert wird (rund 2,3 Milliarden Tonnen).  
Nach Wasser ist Beton der meistbenutzte Rohstoff der Welt, und ohne das Bindemittel Zement gibt es keinen Beton. Jede Tonne Beton verursacht aufgrund des Zement-Anteils in der Herstellung knapp 100 Kilogramm CO2-Müll. Die Zementproduktion verursacht pro Jahr 8 Prozent der weltweiten CO2-Ausstöße.
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